Eine Gemeinschaftsveranstaltung der SV-Mammern und YCH-U
Ein Regattatag in drei Akten
Erster Akt
Hoffnung
Der Tag begann vielversprechend!
Eifrig wurde die Vorbereitung an Land für dieses Großereignis der
beiden Clubs in professioneller Art und Weise schon in den frühen Morgenstunden
erledigt.
Blauer Himmel mit einem leichten Ostwind lies erahnen, dass es ein
wunderschöner Segeltag, eine gelungene Auflage der 45. Rund Untersee werden
könnte.
Pünktlich zu den Startvorbereitungen versammelten sich 29 Schiffe vor
der Startlinie.

In zwei Startgruppen wurden die Unterschiedlichen Yardstickbewertungen
zusammengefasst (1. Gruppe< 100, 2. Gruppe ab 101).
Die Sportboote zeigten in der ersten Startgruppe, welches Potential sich
bereits bei leichtem Wind auf dem Weg zur ersten Tonne nach Mammern,
entwickelt.
Unmittelbar nach dem Startschuss durften die bis 100 m2 großen Genacker und Spinacker gezogen werden, die Boote enorm beschleunigten und für ein buntes Bild sorgten, das von zahlreichen Zuschauern an der Uferanlage von Hemmenhofen verfolgt wurde.


Bereits fünf Minuten später wurde die zweite Startgruppe über die
Startlinie geschickt, nicht weniger Engagement als die Sportboote konnte man
hier deutlich beobachten. Manche Familiencrew wurde hier zum Sportteam mit
Ambitionen. Jeder Meter wurde bereits hier hart umkämpft und die Manöver
klappten vorbildlich.
Die Schiffe und Crews, aus vielen Clubs des Untersees, vom deutschen
und schweizer Ufer, in sportlicher Herausforderung miteinander.
Der ständig zunehmende Ostwind, der mit 2-3 Bft. wehte, lies mehr
erhoffen.
So rückte das Feld an der Tonne vor Mammern erstaunlich eng zusammen.
Sehr guten Sport bekam man bei der Tonnenrundung zu
sehen.

Aktive Manöver und enge Positionskämpfe.

Die Kreuz war erreicht und die Hoffnung immer noch die Mutter aller
Segler.
Doch schon bald versiegte diese.
Bereits auf Höhe von Steckborn lies der Wind
deutlich nach. Sollte der Tag nicht das halten was er versprochen hatte?
Die Gesichter der Segler sprachen Bände.
Schiff für Schiff parkte auf seiner eigenen Position ein.
Was für ein Drama!
Die Segel schlugen lose auf den durch kleine Wellen bewegten Schiffen.
Fast keine Möglichkeit Fahrt zu machen.

Die Augen suchten wieder und wieder die Wasseroberfläche nach kleinsten
Spuren von Wind ab.
Suche nach Hoffnung, suche nach Wind!
Zweiter Akt.
Blauer Himmel, Sonne und fast totale Windstille.
Bereits hier, zwischen Steckborn und Berlingen konnte festgestellt
werden, dass die Spitzengruppe der Sportboote, sich mit 6 Schiffen den Wind zur
Tonne nach Itznang gesichert hatte und bereits wieder Kurs vom Zeller See in
den Untersee legte.
Vorne an der Spitze erreichte eine Esse 850
von dem schweizer Segelfreund
Charles Staub, mit der Crew Misi, Carlo und
Leandra
immer das beste Windfeld, so dass ihm die
Ehre des ersten Schiffes im Ziel, mit der Bestzeit von 6 Stunden 29 Minuten,
zuteil wurde.
Das Blaue Band wurde vom 1. Vorsitzenden des
YCH-U, Siegfried Ulmer, unter dem Beifall der anwesenden Gäste und Segler
überreicht.
Gefolgt von fünf weiteren Sportbooten,
konnten in der Yardstickgruppe 1
6 Schiffe gewertet werden:
1.
Martin Hanhart SVM 8m OD
2.
Philipp Sauter YCH-U
8m OD
3.
Daniel Kahn SVM Tabasco 29
4.
Charles Staub Esse 850
5.
Thomas Jäger YCIR
6.
Sigi Junghans Onix 850
Im hinteren Feld spielten sich zum Teil
dramatische Ereignisse ab.
Die Crews waren froh und dankbar, wenn ihr
Schiff mit 0,3 – 0,8 Knts. treiben konnte. Mehr war einfach nicht zu erreichen,
bei 0 Wind.
Man wird dann sehr bescheiden.
Schiff für Schiff wurden Entscheidungen
abgewogen, aufgeben oder weiter machen.
Was wird richtig sein, wird der Wind sich
noch einmal zurück melden?
Werden wir noch im Zeitlimit bis 19 Uhr
bleiben können?
Fragen über Fragen, die nach und nach durch
Abbruch beantwortet wurden.
Leider!!
Nach 9 Stunden Segelvergnügen mit bester
Kameradschaft kam nun die Stunde der
Wahrheit.
Noch
100 Meter, dann wäre auch die letzte Tonne vor Gundholzen erreicht und
gerundet.
Speed 0,------, Wind: hoffnungslos 0.
Ein Begleitboot des YCH-U nähert sich und informiert,
dass die Tonne abgebaut wird, was für die letzten zwei Schiffe aus dem Feld,
zwangsläufig das Aus bedeutet.
Die Laune erreichte den Nullpunkt. Doch
Vernunft muss dem Ehrgeiz und der Segellust und Ausdauer weichen.
So fuhren auch diese Schiffe unter Maschine
dem Ziel entgegen.
19.15 Uhr erreichten auch die letzten den
Hafen von Hemmenhofen.
120 Mitsegler und Gäste haben sich am
Clubheim versammelt um den ereignisreichen Tag in Erzählungen und mit einem
guten Essen ausklingen zu lassen.
Dass das angebotene Freibier regen Zuspruch
fand, erfreute die Veranstalter des YCH-U.
Siegfried Ulmer, 1. Vorsitzender des YCH-U,
begrüßte noch einmal alle Teilnehmer und Gäste und verkündete die Ergebnisse.
Leider erreichte kein Schiff der zweiten
Startgruppe innerhalb des Zeitlimits das Ziel, ein Novum in der 45 jährigen
Geschichte der „Rund Untersee“.
So wurden die Skipper mit Erinnerungspreisen
und mit einem aktuellen Foto seiner Yacht, dennoch belohnt.
Der
stolze Gewinner des Wanderpokals für die schnellste errechnete Zeit was die
Crew der SUI 16, „ Infogrip“ aus Mammern, die ihn mit viel Hallo und Applaus in
Empfang nahm.
So ging ein außergewöhnlicher Regattatag der
45. Rund Untersee in gemütlicher Atmosphäre zu Ende.
Noch lange wurden Seefahrergeschichten
ausgetauscht und interessiert die Videoaufzeichnungen des Tages betrachtet.
Eine gelungene Vorstellung der beiden Clubs
vom Untersee, die erneut bewiesen haben, dass auch mit solch schwierigen
Situationen, eine Traditionsveranstaltung wie die „Rund Untersee“ immer wieder
neue Herausforderungen stellt.
Wir sind gespannt auf die Ausgabe 2010 , wo es wieder heißen wird,
Auf zur 46. Ausgabe „Rund Untersee 2010 „
Gerhard Schroff, YCH-U