45. Rund Untersee 2009

 

Eine Gemeinschaftsveranstaltung der SV-Mammern und YCH-U

 

 

Ein Regattatag in drei Akten

 

Erster Akt

 

Hoffnung

 

 

 

Der Tag begann vielversprechend! 

 

Eifrig wurde die Vorbereitung an Land für dieses Großereignis der beiden Clubs in professioneller Art und Weise schon in den frühen Morgenstunden erledigt.

 

Blauer Himmel mit einem leichten Ostwind lies erahnen, dass es ein wunderschöner Segeltag, eine gelungene Auflage der 45. Rund Untersee werden könnte.

 

Pünktlich zu den Startvorbereitungen versammelten sich 29 Schiffe vor der Startlinie.

 

 

In zwei Startgruppen wurden die Unterschiedlichen Yardstickbewertungen zusammengefasst (1. Gruppe< 100, 2. Gruppe ab 101).

 

Die Sportboote zeigten in der ersten Startgruppe, welches Potential sich bereits bei leichtem Wind auf dem Weg zur ersten Tonne nach Mammern, entwickelt.

Unmittelbar nach dem Startschuss durften die bis 100 m2 großen Genacker und Spinacker gezogen werden, die Boote enorm beschleunigten und für ein buntes Bild sorgten, das von zahlreichen Zuschauern an der Uferanlage von Hemmenhofen verfolgt wurde.

 

 

 

 

Bereits fünf Minuten später wurde die zweite Startgruppe über die Startlinie geschickt, nicht weniger Engagement als die Sportboote konnte man hier deutlich beobachten. Manche Familiencrew wurde hier zum Sportteam mit Ambitionen. Jeder Meter wurde bereits hier hart umkämpft und die Manöver klappten vorbildlich.

 

Die Schiffe und Crews, aus vielen Clubs des Untersees, vom deutschen und schweizer Ufer, in sportlicher Herausforderung miteinander.

 

Der ständig zunehmende Ostwind, der mit 2-3 Bft. wehte, lies mehr erhoffen.

So rückte das Feld an der Tonne vor Mammern erstaunlich eng zusammen.

Sehr guten Sport bekam man bei der Tonnenrundung zu sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aktive Manöver und enge Positionskämpfe.

 

 

 

 

 

Die Kreuz war erreicht und die Hoffnung immer noch die Mutter aller Segler.

 

Doch schon bald versiegte diese.

 

Bereits auf Höhe von Steckborn lies der Wind deutlich nach. Sollte der Tag nicht das halten was er versprochen hatte?

Die Gesichter der Segler sprachen Bände.

 

Schiff für Schiff parkte auf seiner eigenen Position ein.

Was für ein Drama!

 

Die Segel schlugen lose auf den durch kleine Wellen bewegten Schiffen.

 

Fast keine Möglichkeit Fahrt zu machen.

 

 

Die Augen suchten wieder und wieder die Wasseroberfläche nach kleinsten Spuren von Wind ab.

 

Suche nach Hoffnung, suche nach Wind!

 

Zweiter Akt.

 

Speed-Flaute jenseits aller Hoffnung

 

 

Blauer Himmel, Sonne und fast totale Windstille.

 

Bereits hier, zwischen Steckborn und Berlingen konnte festgestellt werden, dass die Spitzengruppe der Sportboote, sich mit 6 Schiffen den Wind zur Tonne nach Itznang gesichert hatte und bereits wieder Kurs vom Zeller See in den Untersee legte.

 

Vorne an der Spitze erreichte eine Esse 850 von dem schweizer Segelfreund

 

Charles Staub, mit der Crew Misi, Carlo und Leandra

immer das beste Windfeld, so dass ihm die Ehre des ersten Schiffes im Ziel, mit der Bestzeit von 6 Stunden 29 Minuten, zuteil wurde.

Das Blaue Band wurde vom 1. Vorsitzenden des YCH-U, Siegfried Ulmer, unter dem Beifall der anwesenden Gäste und Segler überreicht.

 

 

 

 

Gefolgt von fünf weiteren Sportbooten, konnten in der Yardstickgruppe 1

6 Schiffe gewertet werden:

1.     Martin Hanhart SVM      8m OD

2.     Philipp Sauter YCH-U  8m OD

3.     Daniel Kahn SVM         Tabasco 29

4.     Charles Staub                Esse 850

5.     Thomas Jäger                 YCIR

6.     Sigi Junghans                 Onix 850

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im hinteren Feld spielten sich zum Teil dramatische Ereignisse ab.

 

 

Die Crews waren froh und dankbar, wenn ihr Schiff mit 0,3 – 0,8 Knts. treiben konnte. Mehr war einfach nicht zu erreichen, bei 0 Wind.

Man wird dann sehr bescheiden.

 

 

Schiff für Schiff wurden Entscheidungen abgewogen, aufgeben oder weiter machen.

Was wird richtig sein, wird der Wind sich noch einmal zurück melden?

 

Werden wir noch im Zeitlimit bis 19 Uhr bleiben können?

 

Fragen über Fragen, die nach und nach durch Abbruch beantwortet wurden.

 

Leider!!

 

 

 

 

 

Dritter Akt

 

Frust nach Lust --  Siegerehrung der anderen Art

 

 

Nach 9 Stunden Segelvergnügen mit bester Kameradschaft kam nun  die Stunde der Wahrheit.

 

Noch  100 Meter, dann wäre auch die letzte Tonne vor Gundholzen erreicht und gerundet.

Speed 0,------, Wind: hoffnungslos 0.

 

Ein Begleitboot des YCH-U nähert sich und informiert, dass die Tonne abgebaut wird, was für die letzten zwei Schiffe aus dem Feld, zwangsläufig das Aus bedeutet.

 

Die Laune erreichte den Nullpunkt. Doch Vernunft muss dem Ehrgeiz und der Segellust und Ausdauer weichen.

 

So fuhren auch diese Schiffe unter Maschine dem Ziel entgegen.

 

19.15 Uhr erreichten auch die letzten den Hafen von Hemmenhofen.

 

120 Mitsegler und Gäste haben sich am Clubheim versammelt um den ereignisreichen Tag in Erzählungen und mit einem guten Essen ausklingen zu lassen.

 

Dass das angebotene Freibier regen Zuspruch fand, erfreute die Veranstalter des YCH-U.

 

Siegfried Ulmer, 1. Vorsitzender des YCH-U, begrüßte noch einmal alle Teilnehmer und Gäste und verkündete die Ergebnisse.

 

Leider erreichte kein Schiff der zweiten Startgruppe innerhalb des Zeitlimits das Ziel, ein Novum in der 45 jährigen Geschichte der „Rund Untersee“.

 

So wurden die Skipper mit Erinnerungspreisen und mit einem aktuellen Foto seiner Yacht, dennoch belohnt.

 

 

 Der stolze Gewinner des Wanderpokals für die schnellste errechnete Zeit was die Crew der SUI 16, „ Infogrip“ aus Mammern, die ihn mit viel Hallo und Applaus in Empfang nahm.

 

So ging ein außergewöhnlicher Regattatag der 45. Rund Untersee in gemütlicher Atmosphäre zu Ende.

Noch lange wurden Seefahrergeschichten ausgetauscht und interessiert die Videoaufzeichnungen des Tages betrachtet.

 

Eine gelungene Vorstellung der beiden Clubs vom Untersee, die erneut bewiesen haben, dass auch mit solch schwierigen Situationen, eine Traditionsveranstaltung wie die „Rund Untersee“ immer wieder neue Herausforderungen stellt.

 

Wir sind gespannt auf die Ausgabe 2010 , wo es wieder heißen wird,

 

Auf zur 46. Ausgabe „Rund Untersee 2010 „

 

 

 

 

 

 

 

 

Gerhard Schroff, YCH-U