|
Herausforderung
"Ansegeln" angenommen und dafür Schlüssel verloren...
Der Wetterbericht prophezeite Regen, der Blick auf den See offenbarte
Schaumiges und das Telefon zwischen dem Präsidenten und dem
Wettfahrtleiter dauerte... Sollen, wollen oder müssen wir? Wir sollten
eigentlich schon, absagen kann man ja dann immer noch...
Und so kam es, dass das Ansegeln am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, Arbeit für
die Steuermänner und Vorschoter bescherte. Zwar war es eine Stunde vor dem
Start noch verdächtig ruhig im Hafen Mühlehorn. Nur der Wind und die
Wellen peitschten heftig an die Mole. Sollen, wollen oder müssen wir? Auf
dem Trockenplatz machten die Hofstetters ihren Fireball und Michi seine
OK-Jolle startklar. Und die Ziniten (Zinsli/Iten) sattelten ihre Dyas,
währenddem Franco Rizzoli und seine Crew es vorzogen, nicht zu müssen. Von
Weesen her nahten drei Segelboote. Stuckis und Blümels machten sich
langsam bereit und das präsidiale H-Boot lang immer noch nackt, d.h. ohne
Segelbekleidung am Steg. Sein Skipper hatte wieder einmal
Auslaufhemmungen, wie immer wenn im Hafen die Wanten heulen und die Fallen
am Mast klimpern...
Bis dann Frau Bachmann mit dem Baby kam und fragte: "Na, was ist denn los,
warum sind noch keine Bojen gesetzt, es hat ja Wind..." Diese mütterliche
Frage, riss dann alle aus der Lethargie. Die Maurers und der Brouwer
setzten sich ins Wettfahrtleitungsschiff und auch Meier/Christen/Müller
setzten erstmals in dieser Saison die Segel. Nur nicht zuviel denken,
einfach alles automatisch so wie im letzten Jahr ausführen und sich
zusammen mit den zehn andern Schiffen auf den Start konzentrieren. Es ging
ja problemlos! Warum sind wir - die Walensee-H-Boot-Meister! - eigentlich
immer so Schiss-Hünd?
Der Start war nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Da führte doch
tatsächlich Rolf Schneider mit seinen Junioren-Vorschotern Starkermann/Schocher
auf dem Yngling das Feld an. Bis zur Luv-Tonne - es wurde Up- and Down
gesegelt - war dann die Walensee-Segler-Hierarchie wieder hergestellt. Der
Vorwind-Kurs (ohne Spi) war naja. Auf der zweiten Kreuz sorgte die
Sturmwarnung (voll - und nicht nur die Vorwarnung!!) erneut für die Frage:
"Sollen, wollen oder müssen wir?" Also durchs Ziel mussten wir ja schon
noch, so schlecht lagen wir nicht im Rennen. Hofstetter/Krieg und Zinsli/Iten
waren voraus und auch yardstikmässig nicht mehr einzuholen.
Fischer/Fischer/Nyffenegger hatten wir zeitmässig im Griff aber mit Stucki/Eggenberger/Nold
konnte es noch knapp werden. Sie segelten fast eine halbe Minute vor uns
durchs Ziel, bei einer Laufzeit von unter zwanzig Minuten wurde das mit
den zwei Yardstickpunkten Differenz knäpplichscht? Es reichte nicht - und
darum sollte oder musste ich diesen Bericht schreiben, obschon ich nicht
wollte.
Der Rest des Ansegelns ist schnell erzählt: Heimkehr in den Hafen, der
grosse Sturm blieb aus und so blieb genügend Zeit, um zuerst im Kiosk zur
Schiffländi und dann beim grossen Spaghetti-Essen in der Mühle die
Trockensegel-Saison gebührend zu eröffnen. Es ist also doch noch gut
herausgekommen. Nur etwas wurmt mich ein bisschen: Ich habe irgendwo
zwischen dem Hafen und der Mühle mein schwarzes Schlüssel-Etui mit dem
Hafenschlüssel verloren. Hat es vielleicht jemand gefunden? Falls ja,
bitte Natel 079 425 26 51 anrufen. Danke.
Käthi Müller, Vorschoterin des drittrangierten SCoW-Bootes
|