Österreichische Klassenmeisterschaft, Traunsee

13. – 15. Mai 2010

Am Donnerstag regnete es den ganzen Tag. Es gab keinen Wind. Der Wettfahrtleiter liess uns an Land auf weitere Informationen warten. (Flaggen setzte er keine, vielleicht wollte er sich oder das Material vor dem Regen bewahren). So ging's dann am Freitag gegen Mittag zum ersten Mal aufs Wasser. Die Sonne zeigte sich zwar wieder nicht, aber auch der Regen blieb aus. Der Wind kam eher westlich - "für unsere Seen bedeutet Westwind immer auch drehender Wind", meinte der Wettfahrtleiter, was sich bewahrheitete.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, war manchmal voraussehbar und gelegentlich wieder Zufall. Es wurden am Donnerstag vier Wettfahrten ausgesegelt, wobei sich die Reihenfolge unter den Seglern von Tonne zu Tonne wechseln konnte.

Im ersten Lauf waren die Schweizer mit etwas Abstand vorne und wie oft war es Andres Rüesch der als erster den Winddreher witterte. So gelang es ihm bei der Luvtonne ums stehende Feld herumzufahren und weiterhin am Wind (!) das Feld links liegen zu lassen. Seinen Vorsprung gab er nie mehr preis.

In der zweiten Wettfahrt waren es Brandt / Bärlocher, die nach mässig gutem Start etwas mehr Mut für eine Aussenbahn hatten und damit auf der besseren Seite wieder zur Spitzengruppe aufholten. Ein paar Winddreher und schon mischte sich das Feld wieder. Ähnlich waren auch die Läufe 3 und 4: Mit etwas Glück erwischte man den Winddreher von der richtigen Seite, wenn nicht war man wieder ein paar Plätze weiter hinten.

Interessant waren auch die Tonnenmanöver: Man würde meinen, ein Feld von 12 Booten sollte sich auf drei up-and-down-Runden soweit ausdehnen, dass man problemlos runden könne, doch weit gefehlt: Wegen der Winddreher war es teilweise schwer vorauszusehen, ob man die Tonne anliegen könne oder nicht. So gab es hin und wieder ein paar laute Worte an den Bojen. Manch einem kostete ein Ausweichmanöver mehrere Bootslängen. ... aber immerhin konnten wir segeln. Es gab Bootsklassen auf anderen Bahnen, die am Freitagabend noch keine gültige Wettfahrt zusammen hatten.

Zur fünften und letzten Wettfahrt starteten wir am späteren Samstagnachmittag. Als es aufs Wasser ging, war Südwind, welcher mit Regen auf West wechselte. Die Startlinie war so schief, dass man auf Steuerbord kaum von der Boje zum Startschiff hochkam. Nach zwei Massenfrühstarts zog der Wettfahrtleiter "Black Flag". Dies wurde den fünf Booten zum Verhängnis, welche versuchten, sich vom Gewühl am Startschiff fernzuhalten. (Die zwei mit nicht-weissem Rumpf waren dabei.)

Wir waren im SC Altmünster bestens aufgehoben. Die Clubmitglieder sind freundlich und zuvorkommend. Wer einen Wunsch anmeldete, dem wurde er stets erfüllt. Das Klassenessen am Donnerstag im Club war fein und tirolerisch: Krautsalat, Schweinebraten und Semmelknödel.

Der Abendanlass zur Traunseewoche fand dieses Jahr im Schloss-Gebäude der Brauerei Eggenberg statt. Ein grosses, reichhaltiges Buffet mit Vor- Haupt- und Nachspeisen erwartete die Gäste. Selbst der Apéro und zwei Getränke waren inbegriffen. Wenn es in den schönen Gewölbe-Räumen etwas weniger lärmig gewesen wäre, so wären sicher viele noch gerne länger geblieben.

Für Teilnehmende aus der Schweiz war der Aufwand (mindestens 7 Stunden Anfahrt) zwar etwas gross. Bei schönem Wetter ist der See sicher auch für uns wieder einmal eine Reise wert!

Besten Dank an alle, die zu einem schönen Segelanlass beigetragen haben.

SUI 285, Regula Bärlocher