Schweizerische DYAS - Klassenvereinigung


Dyas - Regatta 22. – 24. Juni 2007 beim Yachtclub Spiez

Donnerstag, 21. Juni 2007

Auf Grund der schweren Gewitter in der Vorwoche konsultierte ich am Vormittag mehrere Male im Internet die Niederschlagskarte der Schweiz. Dabei zeigte sich, dass besonders im Raum Bern die Regenmenge bis 100 mm pro Stunde betrug. Meinen Steuermann erwischte die Gewitterfront in Zürich. Er erzählte mir später, dass sich der Himmel verdunkelte und der starke Regen seine Weiterfahrt für kurze Zeit verunmöglichte.

Für mich wurde es auch stressig, telefonierte doch ein Angestellter der Schweizerischen Bundesbahnen, dass meine Stellvertreterin für die Pflege von Elisabeth mindestens eine Stunde in Zürich stecken bleiben werde. Die starken Regenfälle führten zu Ausfällen in den Stellwerken der Bahn. So weit sind wir heute, alles topp modern, aber bei aussergewöhnlichen Wetterverhältnissen funktioniert die moderne Technik nicht mehr zuverlässig.

Trotz diesen Umständen konnte ich um 1300 Uhr Hanspeters SUI 273 bei den Glarner Behörden vorführen und anschliessend den Weg nach Spiez unter die Räder nehmen.

Nach einer problemlosen Fahrt erreichte ich um etwa vier Uhr die Spiezer Bucht, bezog das Hotelzimmer und machte mich für das Einwassern bereit. Nach dem Einwassern trafen sich die Dyas-Segler zum Nachtessen im Hotel Seegarten.

Freitag, 22. Juni 2007

Da unser Boot bereits im Wasser bereit lag, konnten wir den Vormittag gelassen angehen. Die verschiedenen kurzen Regenschauer beeinträchtigten nur die Nachzügler, die ihre Boote noch auf den Trailern hatten. Ich selbst musste nur noch die letzten Absprachen für das Nachtessen vom Samstag erledigen.

Pünktlich zur vorgesehenen Zeit begrüsste der Wettfahrtleiter Rudolf Furer die anwesenden 16 Crews zum Skipper-Meeting. Ohne Zeitverzug machten wir uns zum Auslaufen bereit und schon eine gute Stunde später begann die Regatta mit einem Massen-Frühstart. Beim zweiten Mal funktionierte das Prozedere dann einwandfrei.

Die Windverhältnisse waren schwach und sehr schwierig. Leider machte sich gegen Ende der Wettfahrt der Zeitverlust durch den verursachten Frühstart unangenehm bemerkbar. Der Wind begann so stark zu drehen, dass nur wenige Meter für Erfolg oder Misserfolg entscheidend waren. Die letzten Boote liefen beinahe mit Rückenwind durchs Ziel.

Nach einer relativ kurzen Wartezeit hatte sich ein stabiler Ostwind mit Bf 3 – knapp 4 aufgebaut. Eine solche Situation hatte ich noch nie in Spiez erlebt. Unverzüglich startete die Wettfahrtleitung die zweite Wettfahrt. Da die Windverhältnisse weiterhin stabil blieben, konnten wir sogar noch den dritten Lauf anhängen. Nach diesem erfolgreichen Nachmittag sah die Zwischen-Rangliste wie folgt aus:

1.

SUI 273

Zinsli / Iten

7

Pt.

2.

SUI 283

Bänninger / Helbling

10

Pt.

3.

GER 1346

Leicher / Schwab

12

Pt.

4.

SUI 271

Brandt / Bärlocher

12

Pt

Den Abend verbrachte ich mit den Hölls zusammen zum Essen im Schlosspintli. Da wir drei sehr müde waren, kehrten wir bereits kurz nach 22 Uhr zurück in unsere Hotels.

Samstag, 23. Juni 2007

Am Morgen traf ich Hans Werner, der mir mit einem Schmunzeln mitteilte, dass er am Frühstück im Seegarten ein übles Gerücht verbreitet habe. Ich sei am gestrigen Abend so betrunken gewesen, dass er und Marlene mich ins Hotel bringen mussten. Für Erna fiel eine Welt zusammen, sie meinte, das könne sicher nicht stimmen. Sie kenne mich schon so lange und betrunken sei ich noch nie gewesen. Ich spielte natürlich mit, und fragte Erna und nachher auch Uta nach einer Kopfwehtablette. Aber beide Damen wussten inzwischen, dass Hans Werner der ganzen Gesellschaft einen Bären aufgebunden hatte.

Um 1000 Uhr orientierte der neue Wettfahrtleiter, Peter Zoss, über das Programm vom heutigen Tag. Bis 1400 Uhr segelt die Dyas-Klasse alleine. Am Nachmittag werden noch die Trias- und Tempest- Klasse dabei sein.

Ein frischer Westwind erlaubte uns dann bis zum Mittag die Wettfahrten 4 und 5 durchzuführen.

Die 4. Wettfahrt ging für uns (SUI 273) total in die Hose. Nach dem ersten Spi-Kurs lagen wir noch auf dem dritten Platz. Doch dann fuhren wir die Kreuz links der Seemitte, was schlussendlich zum 9. Platz führte. Somit war uns klar, dies muss das Streichresultat bleiben.

In der folgenden Wettfahrt profitierten wir dann von Luvmanövern der Spitzengruppe. Etwa 300m vor dem Leefass, versuchten die hinteren Boote der Spitze in eine günstigere Position zu gelangen. Wir beschlossen auf Kurs zu bleiben und hatten Glück, dass die nächsten Böen uns an die Spitze brachten. Diese Chance liessen wir uns nicht entgehen und beendeten die letzte Kreuz als Sieger.

Die letzte Wettfahrt begann wie die erste mit einem allgemeinen Rückruf. Daher mussten wir uns hinter die beiden neuen Klassen einreihen. Doch auch der zweite Startversuch ging fehl. Mit ziemlicher Verspätung nahmen wir den letzten Lauf in Angriff. Die Situation war sehr spannend. Lagen doch die Mannschaften der GER 1346 (13 Pt.), SUI 271 (13 Pt.), SUI 273 (8 Pt.) und SUI 283 (8 Pt.) nach den 5 Wettfahrten so eng zusammen, dass mehrere von ihnen noch Gesamtsieger werden konnten.

Die Spitze wurde dann relativ schnell von GER 1346 übernommen. Auf den Plätzen 2 und 3 folgten GER 1390 und GER 1439. Die beiden Frühstarts kosteten so viel Zeit, so dass sich der Wettfahrtleiter entschloss, den Kurs für die Dyas-Klasse abzukürzen um den beiden anderen Klassen noch eine zweite Wettfahrt zu ermöglichen.

Bis kurz vor dem Ziel wechselten SUI 273 und SUI 283 mehrmals die Positionen 4 und 5. Der Zieleinlauf entschied dann schlussendlich zu Gunsten SUI 273 Zinsli / Iten. Sie konnten SUI 283 Bänninger / Helbling um ca. 10 – 20 cm schlagen und damit die Regatta von Spiez gewinnen. Auf dem dritten Rang klassierten sich GER 1346 Leicher / Schwab.

Da die ganze Crew des Yachtclubs Spiez auf dem Wasser war, verzögerte sich das Auswassern. Am späteren Nachmittag klappte es dann aber sehr rasch.

Den Abend verbrachten die Dyas-Segler auf der Terrasse des Schwimmbades. Die Schweizer Dyas-Klassenvereinigung, die einen Teil der Kosten übernahm, lud zum Seglerabend mit einem einfachen Nachtessen ein. Die Wirtin, Frau Wenger, stellte eine vorzügliche Käseplatte zusammen, die wir (je nach Region) mit "Gschwellten", "Pellkartoffeln" oder "Quellmännern", beinahe restlos verputzten. Es war ein gelungener Abend, den einige mit einem Schlummerbecher bei Shortys Wohnmobil auf dem Dach des Parkhauses abschlossen.

Sonntag, 24. Juni 2007

Pünktlich um 0930 Uhr begann die Rangverkündigung für die Dyas. Neben dem Erinnerungspreis des Yachtclubs Spiez erhielten die Teilnehmer von der Schweizerischen Klassenvereinigung noch einen Regenschirm. Regula organisierte zusätzlich Einkaufstaschen mit Käsewerbung, die zum Nachtessen vom Vortage passten.

Fazit

- In Spiez trat ein neues "Dreamteam" auf. Wolfgang Schultz versuchte sich erfolgreich als Vorschoter bei Lothar Schmidt.

- Mit Ausnahme des Zieleinlaufes der ersten Wettfahrt herrschten gute und faire Windverhältnisse.

- Der Yachtclub Spiez zeigte sich von der besten Seite. Die Organisatoren waren sehr hilfreich und machten alles was in ihrer Macht stand.

- Die guten Segelverhältnisse und das schöne Wetter trugen zur guten Stimmung der Teilnehmer bei.

- Der Entschluss, die gut dotierte "Binnen-Revier-Regatta" in Spiez durchzuführen war richtig.

- Die neue "DYAS - Reklametafel" mit den Bildern von Virag Janko und den Technischen Daten unseres Bootes zeigte bei den Spaziergängern reges Interesse.

Ich danke im Namen der Schweizerischen Dyas-Klassenvereinigung dem Yachtclub Spiez für die reibungslose Durchführung des Anlasses. Ebenfalls einen Dank verdiente das disziplinierte Verhalten der Teilnehmer beim Ein- und Auswassern.

Karl Iten, SUI 273