Österreichische
Klassenmeisterschaft, beim SCTWV am Achensee
Ende Januar beschlossen Hanspeter und ich an den Achensee zu fahren. Wie in den vergangenen Jahren wollte mich Elisabeth begleiten und sich einige Tage in dieser schönen Gegend erholen. Doch es kam ganz anders. Am 19. Mai rutschte Elisabeth auf einem steilen Waldweg aus und brach sich dabei das linke Bein. Die Situation zu Hause änderte sich schlagartig. Vorbei war der geruhsame Tagesablauf eines Pensionierten. Ab sofort wurde ich zu 100% Hausmann (nicht nur Koch wie üblich), Betreuer unserer jüngsten Grosskinder, "Tag- und Nachtkrankenschwester" von Elisabeth. Ein richtiger Stressjob, der mich von früh bis spät begleitete. Mit Erstaunen aber auch mit etwas Genugtuung, stellte ich nach 2 Wochen fest, dass ich fast 2 Kg abgenommen hatte.
Auch die ganze Regattaplanung für die folgenden beiden Monate war natürlich im Eimer. Mit dem Versprechen aufzupassen, so dass mir nichts passieren würde, reiste ich alleine an den Achensee.
Donnerstag, 7. Juni
Nach der Eröffnung durch Toni Aichholzer und der Orientierung durch den
Wettfahrtleiter Andreas Pfurtscheller begaben sich die Teilnehmer unverzüglich
aufs Wasser. Für die Crew der SUI 273 begann der Anlass wie gewünscht. Wir
konnten die erste Wettfahrt als Sieger beenden. Die Pechvögel des
anschliessenden zweiten Laufes waren Marlene und Hans Werner Höll. Sie fuhren
als erste durchs Ziel, mussten jedoch am Abend die drei ominösen Buchstaben
"OCS" auf der Rangliste lesen. Schade, wir hätten den beiden den Sieg
von Herzen gegönnt.
Mit einem währschaften Nachtessen stärkten wir uns von den Strapazen des Tages. Anschliessend demonstrierte Herbert Mitter den Gebrauch des Erinnerungspreises, der mit viel Liebe von Herta hergestellt wurde. Eine Art Stoffschlauch, der sich universell als Schlafmütze, Halstuch oder sogar als Turban verwenden lässt. Die Tragvarianten der Anwesenden wurden immer wieder mit heiterem Gelächter begrüsst.
Der Südwind liess sich nicht blicken, so dass wir einen gemütlichen Vormittag verbringen konnten (mussten).
Am Nachmittag konnten die nächsten drei Wettfahrten gesegelt werden. Während den beiden ersten war der Wind eher schwach und unregelmässig. Erst zum dritten Lauf frischte es auf, was die schwereren Mannschaften ausnützten. Zu einem vierten konnten wir nicht mehr starten, ein aufkommendes Gewitter veranlasste den Wettfahrtleiter uns nach Hause zu schicken.
Hanspeter und ich waren überzeugt, die Führung heute verloren zu haben, doch unsere stärksten Konkurrenten, AUT 180 Koren / Rieckh, hatten im dritten Lauf einen Frühstart.
Ein gutes Schnitzel und eine Diaschau im Zelt schlossen den gelungenen Tag ab.
Samstag, 9. Juni
Wieder kein Südwind, was sicher von vielen nicht bedauert wurde.
Auch der Nordwind liess heute auf sich warten. Nördlich der Luvtonne konnten wir die regattierenden Surprise und Monas verfolgen. In unserem Abschnitt kämpften leichte Winde aus verschiedenen Richtungen. Doch unsere Geduld wurde belohnt. Am späteren Nachmittag konnten wir endlich die Wettfahrten 7 – 9 bei schwachen und schwierigen Verhältnissen segeln.
Auch diesen Abend konnten wir ein gut gekochtes Nachtessen von der Kantine geniessen. Ein spezielles kulinarisches Erlebnis waren die frischen Waffeln mit Erdbeeren und Schlagrahm, Sahne oder Obers (je nach Nation).
Bei schwachem Südwind
versuchte der Wettfahrtleiter die beiden letzten Läufe noch zu starten. Doch
bereits nach der ersten Kreuz schlief der Wind ein und die Wettfahrt musste
abgebrochen werden.
Weil der Termin der letzten Startmöglichkeit auf der Ausschreibung fehlte, liess der Wettfahrtleiter die Steuerleute dies entscheiden. Auf Grund der Wetterlage und der zum Teil langen Rückreisen wurde die Klassenmeisterschaft am frühen Nachmittag beendet.
Es war ein guter Entscheid. Bis ca. vier Uhr wäre keine reguläre Wettfahrt möglich gewesen.
Auszug aus der Rangliste:
|
1. |
SUI 273 |
Hanspeter Zinsli / Karl Iten |
18,0. |
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2. |
GER 1390 |
Lothar Schmidt / Ingo Schleicher |
26,0 |
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3. |
AUT 180 |
Armin Koren / Martin Rieckh |
28,0 |
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4. |
SUI 281 |
Hanspeter Bänninger / Kurt Helbling |
31,0 |
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5. |
GER 1379 |
Heinz-Josef Gandlgruber / Martin Mehnert |
38,0 |
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6. |
AUT 176 |
Anton Aichholzer / Michael Warminger |
53,0 |
Die diesjährige Klassenmeisterschaft war ein gelungener Anlass.
· Ein kompetenter Wettfahrtleiter, der die Wettfahrten abbrach, wenn es notwendig wurde.
· Gute Organisation beim Ein- und Auskranen mit hilfsbereiten Clubmitgliedern.
· Eine Kantinenmannschaft, die auch bei Grossandrang immer freundlich und ruhig blieb.
· Eine Herta und ein Herbert Mitter, die trotz Segeln, im Hintergrund zum guten Gelingen des Anlasses wirkten.
Karl Iten
SUI 273